Tanzcenter Heitmann Wels - Die Erlebnis Tanzwelt

Presse/Aktuelles

04.11.2006 - Mit Tutu zum Erfolg.
Lehrerin Gesine Wels unterrichtet derweil den Nachwuchs, der von den Tanzübungen schon ganz rote Wangen bekommen hat.
Domini und Julia sind fertig mit dem Anziehen und erscheinen in weißen, hautengen Bodys plus Tutu natürlich. Bevor es allerdings auf den auf Hochglanz polierten Parkettboden geht, legen sie erst noch ihre Ringe, Armbänder und Ketten ab. Der Schmuck würde nur stören. „Außerdem sieht das nicht schön aus“, ruft Gesine Wels den Mädchen zu.

Domini und Julia waren sechs beziehungsweise fünf Jahre alt, als sie mit dem Ballett angefangen haben. Die unzähligen Tanzstunden haben sich gelohnt: Bei der ersten „Deutschen Ballett-Meisterschaft“ haben sie gemeinsam mit ihrer Partnerin Natalie Volmering die Goldmedaille geholt. Mit dem Sieg haben sie sich gleichzeitig für die Weltmeisterschaft 2007 in den USA qualifiziert.

Wenn sie Amerika hören, leuchten bei den erfolgreichen Ballerinas die Augen. „Wir wissen nicht, in welcher Stadt die Weltmeisterschaft stattfinden wird. Es könnte New York sein. Das wäre schon cool“, sagt die 21-jährige Domini, die als Fachangestellte arbeitet. „In Amerika war ich bisher noch nicht“, ergänzt die 17-jährige Gymnasiastin. Ob sie die Reise in die USA jedoch antreten können, steht noch nicht fest. „Wir brauchen dafür Sponsoren. Denn wir müssen alles selber zahlen“, erklärt Domini.

„Die Spannung halten!“
Der Ballett-Nachwuchs trainiert ebenfalls fleißig an der Stange. Das ist die Aufwärmphase, bevor es richtig los geht.

Das Training beginnt. Ballettlehrerin Gesine Wels ruft den Mädchen erste Kommandos zu, teilweise auf Französisch. Ob sie alles verstehen? Die Mädchen lächeln vielsagend. Wels springt ein: „Das haben sie hier natürlich gelernt.“ Es geht locker zu. Ein paar Übungen – Pardon „exercises“ – an der Stange, ein bisschen Spagat- und Schritt-Training sowie einige Kombinationen. „Das Bein strecken!“, „Den Kopf heben!“, „Die Spannung halten!“ – die Anweisungen hallen durch den Saal. So läuft das immer beim Training. Es herrscht ein bestimmender, aber netter Umgangston. „Es macht viel Spaß, auch wenn man danach manchmal ziemlich fertig ist“, versichern Domini und Julia. Ihnen sei nie der Gedanke gekommen, mit dem Ballett aufzuhören. „Natürlich hatte man auch schon mal eine Tiefphase, aber man macht einfach weiter“, erzählt die 17-Jährige.

Gut für die Seele
Ballettlehrerin Gesine Wels korrigiert hier und da. Domini (rechts) und Julia haben schon im Alter von sechs beziehungsweise fünf Jahren mit dem Tanzen angefangen. Primaballerina wollten aber beide nie werden.

Zweimal die Woche üben Domini und Julia für je eine Stunde. Sollten sie nach Amerika reisen, müssten sie wahrscheinlich ihr Pensum erhöhen. Die Mädchen nehmen es gelassen. Für sie ist Ballett nur ein Hobby. Träume, vielleicht mal Primaballerina zu werden, hatten sie nie. Das sei sehr hart. Die wenigsten würden das schaffen. Gesine Wels nickt. Sie will ihre Schülerinnen nicht triezen oder zu Höchstleistungen drängen. „Die Mädchen sollen einfach nur Freude haben beim Tanzen und sich austoben.“ Das sei gut für die Seele. Wels hält nichts von dürren Hungerhaken, die sich selbst kasteien, nur um in das klassische Bild einer Ballerina zu passen. „Wir essen ganz normal“, fügen die Mädchen hinzu.

Die Zeit ist um. Die gleiche Prozedur wie zu Beginn: Domini und Julia laufen zum Umkleideraum. Als sie fertig angezogen sind, nehmen sie noch ihren Schmuck, den sie auf die Theke gelegt hatten. „Tschüss“, rufen sie noch und eilen zum Ausgang. Bis zum nächsten Mal. Gesine Wels legt andere Musik auf. Die kleinen Ballerinas sind wieder an der Reihe. Leichtfüßig und grazil tänzeln sie durch den Saal – so, wie sie es sich vorher bei den Großen abgeguckt haben.

ANDRIANA SAKARELI

copyright BBV Bocholt 2006 \"Lokal Ausgabe\" 4.November 2006
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